Wissenschaftliche Studien zur Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten vernachlässigen das Thema Schwerhörigkeit. Das hat eine weitreichende Literatur-Recherche zum Thema dokumentiert.

Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient ist sehr wichtig. Auch bei Patienten mit Schwerhörigkeit. Die meisten Studien zum Thema Patienten-Kommunikation und älteren Menschen beachten das Thema Schwerhörigkeit jedoch nicht. Dabei kann eine Schwerhörigkeit das Verständnis der Patienten maßgeblich beeinflussen. Das hat eine Literatur-Recherche über existierende Veröffentlichungen zum Thema Arzt-/Patienten-Kommunikation ergeben.

Forscher haben hierzu die gesamte veröffentlichte medizinische Literatur über Patienten-Kommunikation gesichtet und Forschungsstudien ausgewählt, in denen die Patienten 60 Jahre und älter waren.

Von den 67 Veröffentlichungen erwähnen nur 16, also weniger als jede vierte, das Thema Schwerhörigkeit. In vier Fällen wurden Menschen mit HörVerlust sogar von der Studie ausgeschlossen. Nur drei Studien benennen einen Zusammenhang zwischen HörVerlust und der Qualität der Behandlung.

Eine Studie beleuchtet HörSysteme

In nur einer Studie haben Forscher den Betroffenen eine HörTechnik angeboten, um zu sehen, ob dieses die Kommunikation verbessern würde. Es ist dabei wenig überraschend, daß diese Studie belegt hat, daß sich das Verständnis der Patienten verbessert hat.

Die Literatur-Recherche wurde von M.D. (MSHS) Joshua Chodosh, New York University School of Medicine und M.D./Ph.D. Jan Blustein, New York University Wagner School of Public Service durchgeführt.

Patienten strengen sich beim Hören an

„HörVerlust ist seit langem ein vernachlässigtes Thema“, so Dr. Chodosh. „Als Mediziner sehe ich viele Patienten, die sich anstrengen müssen, um zu hören, was ich ihnen sage. Dadurch ist man als Arzt unsicher, ob sie alles Wichtige verstanden haben.“

Die Erkenntnisse deuten darauf hin, daß die Forschung zum Thema Kommunikation zwischen Vertretern des Gesundheitswesens und älteren Erwachsenen einen wichtigen Faktor übersehen hat, der das Verständnis der Patienten und damit die Qualität der Vorsorge maßgeblich beeinflusst.

Ein Thema für die Forschung

„Patienten sind oft ältere Menschen, für die HörVerlust ein wichtiger Faktor ist. Das Thema ist reif für die Forschung: Wie können wir Hören und Verstehen verbessern, sodaß die Patienten die Vorsorge erhalten?“, sagte Dr. Blustein.

Studien der Arzt-/Patienten-Kommunikation mit älteren Patienten: Wie oft ist HörVerlust berücksichtigt? Eine systematische Literaturrecherche“ wurden im Journal der American Geriatric Society im Jahr 2017 veröffentlicht.