26. September 2017 – Laut einer amerikanischen Studie ist Tinnitus mit Angst, Depression, Schlafstörungen und einer höheren Anzahl von Krankentagen verbunden. Außerdem neigen Menschen, die ihren Tinnitus als „großes“ oder „sehr großes“ Problem empfinden eher dazu, Angst und Depressionen auszubilden als Menschen ohne Tinnitus oder Tinnitus-Patienten, die ihren Tinnitus nicht als großes Problem betrachten.

Die Studie verdeutlicht einen Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung von Tinnitus und dem Vorkommen von Angst und Depression. Laut den Forschern schlafen Menschen mit Tinnitus weniger Stunden pro Nacht und haben mehr Krankentage als Menschen ohne Tinnitus.

Darüber hinaus zeigt die Studie, daß diejenigen, die Tinnitus als ein „großes“ oder „sehr großes“ Problem einstufen auch vier bis sechs Mal häufiger Symptome von Angst und Depression haben. Es besteht demnach ein Zusammenhang zwischen der Schwere des Tinnitus und dem Vorkommen von Angst sowie Depressionen.

Tinnitus und Begleit-Erkrankungen

Tinnitus ist die Wahrnehmung von Geräuschen ohne externe auditive Stimulation. Es ist bekannt, daß Tinnitus in Begleitung von psychischen, körperlichen und sozialen Problemen auftritt. Angst und Depression sind Begleit-Erkrankungen bei Patienten mit chronischem Tinnitus.

Laut der Studie berichten 26,1% der Tinnitus-Patienten, in den vergangenen 12 Monaten Angst-Zustände erlebt zu haben. Bei Menschen ohne Tinnitus liegt die Zahl bei 9,2% . Ähnlich verhält es sich mit dem Vorkommen von Depressionen. 25,6% der Tinnitus-Patienten geben an, in den vergangenen 12 Monaten Symptome einer Depression erlebt zu haben. Bei Menschen ohne Tinnitus liegt die Zahl bei 9,1%.

Tinnitus-Patienten geben außerdem an, im Durchschnitt sieben Stunden pro Nacht zu schlafen, während Menschen ohne Tinnitus durchschnittlich 7,21 Stunden schlafen. Auch in Bezug auf die Krankentage sind die Unterschiede deutlich. Tinnitus-Patienten hatten in den vergangenen 12 Monaten 6,94 Krankentage wobei diese Zahl bei Menschen ohne Tinnitus bei 3,79 Tagen lag.

Über die Studie

Die Studie wurde von Forschern der University of California sowie der Harvard Medical School durchgeführt. Die Forscher analysierten die Daten aus der National Health Interview Series (NHIS).

Die Studie „Relationships Between Tinnitus and the Prevalence of Anxiety and Depression“ erschien im Laryngoskop 127: Februar 2017

Quelle: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/lary.26107/full