Menschen genießen ihr Essen mehr, wenn ihnen die Hintergrund-Musik im Restaurant gefällt. Das haben britische Forscher herausgefunden, die sich mit dem Geschmacks-Erleben in Bezug auf andere Sinnes-Eindrücke befassen. Die akustischen Dimensionen von Lebensmitteln haben dabei großen Einfluss auf Qualitäts- und Geschmacks-Erwartungen. Gutes Hören bedeutet also viel mehr als gutes SprachVerständnis.

Hannover, 19.09.2017 – Auch wie süß, sauer oder bitter etwas schmeckt, kann durch Musik beeinflusst werden. So bringen hohe Töne den süßen Geschmack besser zur Geltung, während bittere Speisen besser mit tieferen Tönen harmonieren. Dies sind einige wesentliche Ergebnisse zahlreicher Untersuchungen von Charles Spence, Professor für Psychologie und Sinnes-Experte von der University of Oxford. Er erforscht, inwieweit das Geschmacks-Erleben von anderen teils unbewussten Sinnes-Eindrücken abhängt. Sogar das Konsumverhalten kann beeinflusst werden. Spence fand heraus, dass Menschen in einer Bar mehr Getränke bestellen und schneller trinken, wenn die Musik lauter ist als es normalerweise der Fall ist.

Diesen Sinn-übergreifenden Forschungsbereich nennt der britische Forscher „GastroPhysik“ und bezeichnet damit die Eigenarten der menschlichen Wahrnehmung in Bezug auf das Essen. Über die akustischen Dimensionen von Lebensmitteln sagt er: „Viele der Eigenschaften von Nahrungsmitteln, die wir wünschenswert finden – also knusprig, knackig, sprudelnd, cremig oder quietschend – hängen – zumindest zum Teil – von Geräuschen ab.“ Beispiel Kartoffelchips: Die Tüten lassen sich kaum leise öffnen und begleiten den Snackgenuss mit signifikantem Knistern. Spence fand heraus, dass Menschen Chips als nicht frisch empfinden, wenn sie diese Geräusche beim Öffnen nicht hören und die typischen Kaugeräusche fehlen. Eine weitere bemerkenswerte Erkenntnis ist, daß die Tonhöhen in Musik unsere Wahrnehmung von süß oder bitter beeinflussen. Der Sinnes-Experte ließ Probanden bei einem Experiment ein Stück Toffee probieren, während ihnen hohe oder tiefe Töne vorgespielt wurden. Die Testpersonen berichteten von unterschiedlichen Geschmacks-Eindrücken: Bei hohen Tönen schmeckte das Toffee süßer und bei den tieferen Frequenzen gaben die Probanden einen bitteren Geschmack an.

Bezogen auf den HörSinn müssten demnach Menschen mit HörMinderungen, die in den meisten Fällen Defizite beim Hören hoher Töne haben, weniger Genuß an Süßspeisen verspüren. Während diese naheliegende Annahme noch nicht empirisch nachgewiesen wurde steht dagegen fest, daß abnehmende HörLeistungen das SprachVerstehen nachhaltig beeinträchtigen. Symptomatisch dafür ist, daß die Gesprächspartner undeutlich zu sprechen scheinen. Dieser Eindruck verstärkt sich besonders in der lauten Umgebung belebter Orte wie Großraumbüro, Restaurant usw. Zuhause stellen die Betroffenen den Fernseher einige Stufen lauter und überhören unter Umständen Telefon und Türklingel. Die gesamte Kommunikation wird zunehmend anstrengender und kann schließlich zu allgemeiner Unzufriedenheit und schnellerer Ermüdung führen.

Während die britischen GastroPhysiker aktuell der Frage nachgehen wollen, ob man Menschen mit Musik für gesunde Ernährung begeistern kann, sollte der Geschmacksaspekt beim guten Hören ein zusätzlicher triftiger Grund für einen vorsorglichen HörTest sein. Die HörExperten der Fördergemeinschaft Gutes Hören empfehlen jährlich eine Überprüfung des Gehörs, um mögliche Defizite rechtzeitig zu erkennen. Denn Gutes Hören bedeutet Lebens-Qualität in nahezu allen Bereichen des Alltags. Als Fachleute vor Ort stehen allen Interessierten die rund 1.500 FGH-PartnerAkustiker zur Verfügung. Bei ihnen wird das gesamte Leistungs-Spektrum vom kostenlosen HörTest über Auswahl, Anpassung und Programmierung geeigneter HörSysteme bis hin zur mehrjährigen Nachbetreuung angeboten. Ihren nächstmöglichen Fach-Betrieb finden Sie unter www.fgh-info.de