Die Teilnehmer der Ehrenamtlichen-Schulung der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. trafen sich in Bonn-Bad Godesberg; Foto: Sabine Wagner

„Der Tinnitus muss Ihnen egal sein!“

Wuppertal, 12.06.2017 – Ein vielfältiges Programm zum besseren Umgang mit chronischen OhrGeräuschen wurde auch in diesem Jahr bei der Schulung der ehrenamtlich Tätigen der Deutschen Tinnitus-Liga e.V. (DTL) geboten, die vom 9. bis 11. Juni 2017 stattfand. DTL-Berater und Sprecher der Selbsthilfegruppen aus ganz Deutschland kamen nach Bonn – Bad Godesberg, um sich in Vorträgen über Rehabilitation, HörGeräte-Versorgung, Selbsthilfe, Hör- und Kommunikationstraining und Schlafstörungen sowie einem abwechslungsreichen Workshop-Programm fortzubilden.

In seiner Begrüßungsrede am Freitagabend wies DTL-Präsident Volker Albert darauf hin, daß laut einer aktuellen Studie viele Menschen in Deutschland Schwierigkeiten hätten, gesundheitsrelevante Informationen zu verstehen. Er dankte den ehrenamtlich Tätigen der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. für ihre Arbeit: Die Beratung und Vermittlung wichtiger Informationen über Tinnitus & Co. führe zu „mündigen Betroffenen“ und trage so zum Abbau kommunikativer Schwellen in der Beziehung zwischen Arzt und Patient bei.

Im Anschluss referierte Dr. med. Roland Zeh, Chefarzt der Abteilung HörStörungen, Tinnitus und Schwindel der Median Kaiserberg-Klinik Bad Nauheim, über „Rehabilitationskonzepte für Schwerhörige, CI-Träger, Tinnitus- und Morbus-Menière-Betroffene“. Für die Rehabilitation schwerhöriger Menschen benannte Dr. Zeh drei Säulen der Behandlung, die in der Verbesserung der Kommunikation durch Audiotherapie und Optimierung der HörSystem-Versorgung, in der emotionalen Auseinandersetzung mit der Schwerhörigkeit sowie in der psychovegetativen Stabilisierung bestehen. Dr. Zeh, der selbst CI-Träger ist und bereits 6.000 CI-Träger in der Reha behandelt hat, erläuterte zudem die Vorteile eines Cochlea-Implantats (CI). Weiterhin führte er aus, dass Tinnitus eine Störung der zentralen HörVerarbeitung im Gehirn und der HörWahrnehmung sei. Dabei könne jeder seine Wahrnehmung durch Umlenken der Aufmerksamkeit selbst beeinflussen. Der wichtigste Grundsatz laute: „Der Tinnitus muss Ihnen egal sein!“

Ein bedeutender Therapie-Baustein besteht in der Versorgung schwerhöriger Tinnitus-Betroffener mit HörSystemen. So referierte die HörAkustiker-Meisterin Gabriele Lux-Wellenhof aus Frankfurt am Main am Samstagmorgen über „Die richtige HörGeräte-Versorgung als integratives Mittel im Sinne der Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben“. Sie verwies auf den erhöhten Energieaufwand, den das Verstehen Schwerhörige koste. Lux-Wellenhof zufolge entscheiden sich die meisten Menschen zu spät für eine HörTechnik-Versorgung, das Gehirn habe dann schon verlernt, wie Sprache klinge. Anschließend sprach der Diplom-Psychologe Jürgen Matzat von der Kontaktstelle für Selbsthilfe-Gruppen in Gießen über „Die Selbsthilfe-Gruppe als Ort der Fortsetzung rehabilitativer und präventiver Maßnahmen“ und zeigte die Entwicklung der Selbsthilfe in Deutschland auf.

Am Samstagnachmittag stand ein abwechslungsreiches Workshop-Programm zur Auswahl: Die Themen reichten von der kognitiven Verhaltenstherapie (Dr. Margot Imhäuser), der Musiktherapie (Dorothea Dülberg) über rechtliche Fragen zur Reha bei Tinnitus (DTL-Geschäftsführer Michael Bergmann) bis hin zur Schulung der körperlichen Fähigkeiten mit „Smovey-Ringen“ als Trainingsgeräte (Monika Panholzer) und der Hör- und Kommunikations – Taktik in Beruf und Alltag (Erika Classen).

Das Thema „Hör- und Kommunikations – Training“ griff die Referentin Erika Classen aus Überlingen am Sonntagmorgen auch nochmals in einem Vortrag auf. Sie betonte, dass der Betroffene seine Behinderung für sich selbst annehmen müsse. In der Verständigung am Arbeitsplatz sei es wichtig, die gut hörenden Kollegen immer wieder beharrlich und geduldig auf seine Verständnis- und Kommunikations – Probleme hinzuweisen.

Über die „Effektive und nachhaltige Behandlung von Schlafstörungen bei Tinnitus“ sprach der Psychologische Psychotherapeut Wilfried Pehle aus Detmold. Er erläuterte die Vorgänge im Körper während der verschiedenen Schlafphasen. Abschalten sei in der heutigen, von Leistungsdruck bestimmten Zeit viel schwieriger geworden. Vor dem Schlafen sei eine Ruhephase hilfreich, die möglichst von Reizarmut und Monotonie geprägt sein sollte. Bei Schlafstörungen seien Entspannungs-Methoden wie Progressive Muskel-Entspannung oder Autogenes Training ratsam, die man automatisch nachts anwenden kann, um besser in den Schlaf zu kommen. Wichtig sei außerdem die Akzeptanz der Schlafstörung, um sich selbst den für den Schlaf kontraproduktiven Druck zu nehmen. Diese Gelassenheit ist auch im Umgang mit chronischen OhrGeräuschen erstrebenswert, wie die vielen Beiträge dieses abwechslungsreichen Fortbildungswochenendes zeigten.

 

Über die Deutsche Tinnitus-Liga e.V. (DTL)
Die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL) vertritt als gemeinnützige Selbsthilfe-Organisation die Interessen der Patienten mit Tinnitus, HörSturz, Hyperakusis und Morbus Menière sowie ihrer Angehörigen. Rund 12.000 Mitglieder machen die DTL zum größten Tinnitus-Zusammenschluss in Europa und zum anerkannten Partner des Gesundheits-Wesens in Deutschland. Über 800 Fachleute gehören der DTL als Partner und fördernde Mitglieder an, darunter renommierte Wissenschaftler, HNO-Ärzte, Ärzte weiterer Disziplinen, HörAkustiker, Psychologen und Therapeuten. Außerdem werden rund 90 Selbsthilfegruppen in Deutschland durch die DTL betreut. Gegründet wurde die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. 1986 in Wuppertal.

Mit einer geeigneten Versorgung sind der Sportleidenschaft kaum Grenzen gesetzt

Mainz, 24. Mai 2017 – Im Sommer machen wir ihn am liebsten draußen, im Winter verlagert sich vieles nach innen. Er sorgt für körperliche und geistige Fitness, für Wohlbefinden und gute Laune, und vor allem macht er eines: Spaß! Aktuelle Forschungen belegen, dass gutes Hören die geistige Fitness unterstützt. Somit sorgen HörSysteme dafür, daß wir geistig fit bleiben.

Menschen, die nicht gut hören, ziehen sich oft zurück und vermeiden die Gesellschaft von anderen. Sport stellt für sie eine besondere Herausforderung dar. „Was passiert, wenn ich beim Joggen die Fahrrad-Klingel oder nahende Autos überhöre? Was denken die anderen, wenn ich im Fitnesskurs die Anweisungen des Trainers falsch verstehe? Oder was ist, wenn beim Schwitzen die HörSysteme feucht werden?“

HörSysteme helfen dabei, Geräusche richtig einzuordnen, das sogenannte Richtungshören ist beim Sport besonders wichtig. Bei Radtouren geben sie Sicherheit, wenn z. B. andere Radler den Weg kreuzen oder Autos überholen. Beim Mannschaftssport, wenn Absprachen durch kurze Zurufe erfolgen, profitieren Sportler davon, Sprache und Töne schnell richtig einzuordnen und sofort darauf zu reagieren. Schwerhörige ohne Versorgung sind oft unsicher, weil sie Geräusche nicht richtig zuordnen können. Hinzu kommt, dass in Sporthallen und Stadien oft eine herausfordernde Akustik herrscht, die es auch für Normalhörende schwierig macht, richtig zu verstehen.

„HörSystem-Träger sollten sich mit ihrem HörAkustiker vor Ort über Sport mit ihrer HörTechnik austauschen. Für Menschen, die einen unversorgten HörVerlust haben, ist der HörAkustiker ebenfalls Ansprechpartner. Gemeinsam mit dem HörExperten kann ein Weg gefunden werden, beim Sport Sicherheit und ein gutes HörGefühl zu haben“, empfiehlt Martin Blecker, Präsident der Europäischen Union der HörAkustiker e.V.

HörAkustiker sind Experten auf dem Gebiet der HörSystem-Auswahl und -Anpassung. Sie kennen Modelle, die schweiß- und staubresistent, durch eine besondere Oberflächen-Beschichtung rutschfest bzw. – je nach Ausführung – auch wasserfest sind oder über eine entsprechende Windgeräusch-Unterdrückung, die zum Beispiel bei Radfahrern sinnvoll ist, verfügen. Übrigens können smarte HörComputer auch als Smartphone genutzt werden. Was beim Radfahren verboten ist – nämlich das Musikhören – ist bei HörSystemen möglich, da neben der Musik auch die Umweltgeräusche und Alarmsignale übertragen werden.

Sport macht Spaß, und für fast alle Sportarten gibt es eine geeignete HörLösung!

Die Hear the World   Foundation unterstützte im Finanzjahr 2016/17 weltweit 23 Hilfsprojekte mit 2,58 Millionen Schweizer Franken zugunsten von bedürftigen Menschen mit HörVerlust. Im Vergleich zum Vorjahr steigerte sich der Wert der gespendeten Mittel der Stiftung damit um 40 Prozent. Die Stiftung spendete dabei erstmals auch Cochlea-Implantate für bedürftige Kinder; ein Meilenstein in der zehnjährigen Geschichte der Stiftung.

Stäfa (Schweiz), 17. Mai 2017 – Das vergangene Geschäftsjahr war für die Hear the World – Foundation in mehrfacher Hinsicht ein Erfolg: Sie konnte im Vergleich zum Vorjahr (2015/16: CHF 1.86. Mio) 40 Prozent mehr Mittel (CHF 2.58 Mio) für ihre 23 Hilfsprojekte in 22 Ländern spenden. „Als führender Anbieter von HörLösungen ist es die Vision von Sonova, eine Welt zu schaffen, in der jeder in den Genuss des Hörens kommen und ohne Einschränkungen leben kann. Als Corporate Foundation von Sonova setzt die Stiftung Hear-the-World diese Vision auch für bedürftige Menschen in die Realität um“, so Lukas Braunschweiler, Stiftungsratspräsident der Hear the World Foundation und CEO von Sonova.

Die Stiftung spendete im vergangenen Jahr mehr Hörtechnologie und leistete mehr fachliche Unterstützung als im Vorjahr: Über 1.200 Hörgeräte wurden mit Hilfe von Sonova-Mitarbeitenden fachgerecht angepasst, drahtlose Mikrophone-Systeme installiert und die ersten gespendeten Cochlea-Implantate (CI) konnten erfolgreich aktiviert werden.

Meilenstein: Hören trotz hochgradigem HörVerlust

Es war ein bewegender Moment als Jozmar (4), Alejandro (4) und Ivana (3) – drei bedürftige Kinder aus Panama, nach der erfolgreichen Aktivierung ihrer CI´s zum ersten Mal in ihrem Leben die Stimme ihrer Mutter hören konnten. In der zehnjährigen Geschichte der Hear the World – Foundation sind sie die ersten Kinder, die mit HörImplantaten versorgt wurden. Ein Meilenstein für die Stiftungsarbeit: Denn mit CI´s kann nun auch Menschen mit hochgradigem HörVerlust Hören ermöglicht werden. Für die drei Kinder eröffnet sich damit die Möglichkeit, sprechen zu lernen, eine Schule zu besuchen und später ein eigenständiges Leben zu führen. Für die Hear the World Foundation bedeutet die CI-Spende eine besondere Herausforderung. Denn der Anspruch der Stiftung ist nicht nur die erfolgreiche Operation und Aktivierung der CI´s, sondern auch eine langfristige audiologische Nachversorgung.

Dafür bedarf es lokaler Fachkräfte – Ressourcen, die oft vor Ort fehlen. So investierte die Stiftung im Finanzjahr 2016/17 vermehrt auch in fachliche Unterstützung und entsandte rund 40 Experten – allesamt Mitarbeitende von Sonova, auf Projektbesuche. „Mit ihrem freiwilligen Einsatz bauen unsere Mitarbeitenden lokal das notwendige Fachwissen auf. So gewährleisten wir eine langfristige hör-medizinische Versorgung und schaffen zudem lokal Arbeitsplätze, ein zentrales Element effektiver Stiftungsarbeit“, erläutert Braunschweiler. Mit diesem Wissenstransfer stellt die Hear the World Foundation sicher, dass die eingesetzten Mittel auch langfristig einen möglichst grossen Nutzen erbringen und so eine nachhaltige audiologische Rundumversorgung gewährleistet wird.

Weitere Informationen zum letztjährigen Engagement finden Sie im Jahresbericht 2016/17

Unsere Mission: Gemeinsam für besseres Hören

Mit der gemeinnützigen Hear the World Foundation setzt sich Sonova weltweit für Chancengleichheit und mehr Lebensqualität von Menschen mit HörVerlust ein.

Mit dem altersbedingten Ausscheiden von Søren Hougaard wird das bisher in Kopenhagen beheimatete EHIMA-Sekretariat künftig eine Frankfurter Postleitzahl haben.

Ab dem 1. August 2017 übernimmt der Bundesverband der HörGeräte-Industrie (BVHI) auch die Funktion des Sekretariats des europäischen Hersteller-Verbandes European Hearing Instrument Manufacturers Association (EHIMA). Dr. Stefan Zimmer, Vorstandsvorsitzender des BVHI, wird Søren Hougaard als EHIMA-Generalsekretär nachfolgen.

Dessen altersbedingtes Ausscheiden wird nicht nur vom Präsidenten der EHIMA, Dr. Lukas Braunschweiler, bedauert: „Søren hat sich seit 2009 als Generalsekretär sehr um die EHIMA verdient gemacht. Er hat es verstanden, die Hersteller-Vereinigung mit den entscheidenden europäischen und internationalen Stakeholdern zu vernetzen und wertvolle Partnerschaften zu schmieden. Persönlich wusste er durch sein verbindliches, kollegiales und unprätentiöses Auftreten zu überzeugen – ein echter Sympathieträger der HörGeräte-Industrie.“

Dr. Stefan Zimmer zeigt sich ebenfalls beeindruckt: „Søren ist in vielerlei Hinsicht ein Vorbild. Besonders hoch ist ihm der enge Schulterschluss mit den europäischen Verbänden der HörAkustiker und der Schwerhörigen anzurechnen. In dieser Trias lassen sich die wichtigen Forderungen und Stellungnahmen aus der HörAkustik-Branche stärker und nachhaltiger kommunizieren, als wenn das jeder alleine täte. Diese enge Partnerschaft fortzuführen ist eine wichtige Aufgabe.“

Für den EHIMA-Präsidenten ist Stefan Zimmer der richtige Nachfolger: „Die Mitglieder der EHIMA sind sich einig, mit Stefan eine sehr gute Wahl getroffen zu haben. Aufgrund seiner erfolgreichen Arbeit für den BVHI und seiner langjährigen Erfahrung in der europäischen und internationalen Verbandsarbeit wird er auch seine Doppelfunktion für EHIMA und BVHI gut bewältigen und erfolgreich zu verbinden wissen. Wir freuen uns auf die vor uns liegende gemeinsame Arbeit“, so Dr. Lukas Braunschweiler.

Über den Bundesverband der HörGeräte-Industrie

Der Bundesverband der Hörgeräte-Industrie ist die Vertretung der auf dem deutschen Markt tätigen HörGeräte-Hersteller. Er artikuliert die Interessen seiner Mitglieder und ist das Kommunikations-Organ für alle Themen rund um HörTechnologie, HörMinderung und Innovation. Der Verband setzt für die Erhöhung der Nutzung von HörTechnik durch Menschen mit einer HörMinderung ein und klärt über die Leistungsfähigkeit moderner HörSysteme auf. Darüber hinaus befördert er die Zusammenarbeit mit allen Gruppen, die an der Versorgung mit HörSystemen beteiligt sind. Dazu gehören HörAkustiker, HNO-Ärzte, Krankenkassen, andere Verbände und Interessengruppen sowie die Politik.

 

Warum sich Hörgeräte-Akustiker ab sofort HörAkustiker nennen
Mainz, 12.05.2017 – Am 12.05. hat der Bundesrat beschlossen, die Handwerksordnung (HWO) zu ändern.
Aus HörgeräteAkustiker wird HörAkustiker. Das Wort „Gerät“ in der Berufs-Bezeichnung ist nun Geschichte.
Ausgelöst wurde die Änderung durch das Handwerk selbst: „Der neue Berufsname entspricht unserem stark veränderten Berufsbild. Nicht das „Gerät“ steht im Vordergrund, sondern die komplette individuelle personenbezogene Dienstleistung mit dem Ziel, bestmögliches Hören zu erreichen. Dienstleistung und Beratung gewinnen stark an Bedeutung, je weiter der technische Fortschritt voranschreitet“, sagt Marianne Frickel, HörAkustiker-Meisterin und Präsidentin der biha.
Der HörAkustiker berät zu allen Funktionen und zusätzlichen Hilfen, wie beispielsweise Vernetzung mit der Fernbedienung, die dem Hörgeminderten die Teilhabe am sozialen Miteinander vollumfänglich ermöglicht. Auch bei der Tinnitus-und Hörsturz-Versorgungen kann der Hörakustiker helfen, sowie präventiv mit individuell gefertigtem
Gehörschutz alle – von Baby-Ohren angefangen – schützen.
Hintergrund zum HörAkustiker-Handwerk
Mit circa 6.000 HörAkustiker-Betrieben und rund 14.500 HörAkustikern versorgt das HörAkustiker-Handwerk etwa 3,5 Millionen Menschen in Deutschland mit qualitativ hochwertigen, volldigitalen HörSystemen. Die Bundesinnung der HörAkustiker K.d.ö.R. (biha) vertritt die Interessen der HörAkustiker in Deutschland.

Die Sprachwahrnehmung verläuft nicht nur über das Gehör. Auch die Augen tragen ihren Teil dazu bei. Umgekehrt gibt es Situationen, in denen die Ohren auf sich alleine gestellt sind, zum Beispiel wenn die Sicht durch Dunkelheit eingeschränkt ist. Ein funktionierendes Gehör ist wichtig bei der Orientierung im Alltag, bei Sprache von der Seite oder hinten, im Straßenverkehr und natürlich beim Musikhören.

Die menschlichen Sinnesorgane arbeiten in vielen Situationen eng zusammen, um uns die Wahrnehmung der Umwelt und das Zurechtfinden im Alltag zu ermöglichen. Alle akustischen, visuellen und haptischen Informationen werden im Gehirn gesammelt und dort aufgrund von Erfahrungen verarbeitet. Daß die Ohren und Augen einander ergänzen und Verständnislücken schließen können, hat jeder schon einmal in einer lauten Kneipe und auf einer Party erlebt. Sind die Umgebungsgeräusche zu laut, kommen manche Worte nur undeutlich am Ohr an. Was der Mensch im Alltag häufig unbewusst beobachtet, erweist sich in lauter Umgebung als sehr nützlich: Das Mundbild des Gesprächspartners hilft dem Gespräch besser folgen zu können. Die Augen unterstützen die Ohren und somit das Sprachverstehen.

Dabei vergleicht Ihr Gehirn die über das HörOrgan aufgenommenen Wörter und Sätze mit dem Mundbild des Sprechers. In der Regel passen diese Informationen zusammen. Im alltäglichen Leben hören wir jedoch häufig viele verschiedene Sprecher und das Gehirn muß binnen weniger Millisekunden entscheiden, welche Informationen relevant sind. Wissenschaftler des Baylor College of Medicine in Texas (U.S.A.) fanden heraus, daß das Gehirn diese Informationen aufeinander aufbaut. Eine Sinneswahrnehmung wird durch eine andere ergänzt – in diesem Fall zuerst das Mundbild, dann die gesprochene Sprache. Bei einem Experiment wurde Probanden ein Video vorgespielt. Zu sehen war ein Mensch, dessen Lippen die Silben „ga ga ga“ formen. Die Tonspur wurde verändert, zu hören ist „ba ba ba“. 100 Prozent der Testpersonen gaben jedoch an, bei dem Video die Silben „da da da“ zu verstehen. Dieses Phänomen, die Beeinflussung der akustischen Wahrnehmung durch die Augen und somit das Vermischen von ähnlichen Konsonanten, wird in der Wissenschaft auch als McGurk-Effekt bezeichnet.

Die menschliche Sprachwahrnehmung verläuft also nicht ausschließlich über das Gehör. Auch die Augen tragen ihren Teil dazu bei. Umgekehrt gibt es viele Situationen, in denen Ihre Ohren auf sich alleine gestellt sind. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Sicht etwa durch Dunkelheit eingeschränkt ist. Ein funktionierendes Gehör ist ganz besonders wichtig bei der Orientierung im Alltag, bei Sprache von der Seite oder hinten, im Straßenverkehr und natürlich auch beim Musikhören. Der HörSinn ist mit und ohne Unterstützung der Augen essentiell für die Kommunikation mit Mitmenschen, und um Alarmsignale rechtzeitig wahrzunehmen – und das 24 Stunden am Tag! Denn das menschliche Ohr ist ein Allrounder und ruht nie. Die HörExperten der Fördergemeinschaft Gutes Hören empfehlen daher ab 40 Jahren jährlich eine Überprüfung des Gehörs, um mögliche Defizite rechtzeitig zu erkennen.

Kostenfreie HörTests gibt es bei den rund 1.500 Partnerakustikern der Fördergemeinschaft Gutes Hören.

Profi in Sachen Sprachverstehen

„Wir haben die Messtechnik, um alle Hörgeräte auf ein maximales Sprachverstehen nachzustellen“, betont der HörAkustik-Meister Thomas Keck. Vor wenigen Monaten hat er sein HörStudio in der Lange Straße eröffnet. Als langjähriger Meister kann Keck auf mehr als 20 Jahre Berufserfahrung zurückblicken. Er hat sich auf Sprachverständnis spezialisiert und das vor allem in akustisch schwierigen Umgebungen. „Oft haben meine Kunden das Gefühl, sie hören gut. Nur die Deutlichkeit verliere sich. Besonders in lauten Umgebungen, zum Beispiel im Freien, im Restaurant oder auf Geburtstagen ist es nicht klar genug“, erklärt Keck. „Gut, wenn Sie das nicht einfach hinnehmen sondern ernst nehmen. Denn es geht um wertvolle Gesundheit und derartige Situationen werden unbewusst gemieden“, weiß
Keck. Das ist jedoch die pure Lebensqualität. „Wir haben die Lösung, fast unsichtbar“, sagt er. Beispielsweise dieses winzig kleine ImOhr-Gerät, das er in der Hand hält. Hätten Sie es entdeckt?

Ein „IdO“ wird so passgenau angefertigt wie ein Maßanzug. „Es ist sehr angenehm und besonders brillant“, unterstreicht Thomas Keck und fügt zu:„Es gibt mehrere Technikstufen, um entspannter zu hören und wir  fertigen gerne zum Test Ihr eigenes persönliches Sound-Unikat an.